Bern – Die Berner Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 3 Prozent zugelegt. Das Wachstum stützt sich jedoch vorwiegend auf Aussenhandel und Staatskonsum. Zudem wies die Vergleichsbasis im Vorjahr unterdurchschnittliches Wachstum auf.
(CONNECT) Das Bruttoinlandprodukt im Kanton Bern ist im zweiten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 3 Prozent und damit stärker als der gesamtschweizerische Durchschnitt gewachsen, informiert der Handels- und Industrieverein des Kantons Bern (HIV) in einer Mitteilung. Damit setze die Berner Wirtschaft ihren starken Jahresauftakt fort, heisst es dort weiter. Die guten Entwicklungen müssten allerdings relativiert werden.
So wurde das Wachstum im Berichtsquartal vor allem vom Aussenhandel und vom Staatskonsum getragen. Inländischer Konsum und Investitionen zogen hingegen „nur verhalten“ an. Zudem hatte die Berner Wirtschaft in den Vergleichsquartalen des Vorjahres nur ein unterdurchschnittliches Wachstum vorgelegt. Die Wachstumsrate im Berichtsquartal verdecke somit, „dass die wirtschaftliche Dynamik derzeit auf wenigen Stützen ruht und die Anfälligkeit für neue Schocks hoch bleibt“. Die vom HIV befragten Unternehmen haben ihre Erwartungen für die zweite Jahreshälfte nach unten korrigiert.
In der Mitteilung geht der HIV insbesondere auf die Auswirkungen des Irankonflikts ein. Als Wirtschaft mit einer der weltweit niedrigsten Energieintensitäten zeige sich die Schweiz zwar vergleichsweise resilient gegenüber steigenden Energiepreisen. Das Berner Gastgewerbe sei jedoch unmittelbar vom Konflikt betroffen. So brachen die Logiernächte von Gästen aus Israel und den Golfstaaten im April im Jahresvergleich um fast 70 beziehungsweise 55 Prozent ein. Reisende aus den Golfstaaten fallen dabei zwar zahlenmässig nicht sehr ins Gewicht. Sie geben aber mit rund 500 Franken pro Kopf und Tag deutlich mehr als der Durchschnitt der Reisenden aus. ce/hs



