Die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Berner Oberland haben sich nach den Erneuerungswahlen erstmals zum Austausch getroffen. Neben der Konstituierung wurden die Geschäfte der Sommersession vorbereitet. Der Oberländerrat stellt sich geschlossen hinter den Zusatzkredit für Hochwasserschutz-Massnahmen in Brienz. Ebenfalls wurde die Bedeutung der Wasserstrategie für das Berner Oberland intensiv diskutiert sowie Lösungsansätze zur Sicherstellung von Wohnraum für Einheimische besprochen. Als neuer Präsident wurde Grossrat Alfons Bichsel (die Mitte) gewählt.
Kraft des Wassers
Die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Berner Oberland haben sich zur Vorbereitung der ersten Session nach den Wahlen von Ende März getroffen. Der Fokus bei der Sitzung des neu formierten Oberländerrats lag unter anderem auf der Wasserstrategie 2040 des Kantons Bern. Darin legt der Regierungsrat dar, mit welchen acht Stossrichtungen das Wasser im Kanton Bern geschützt und gleichzeitig auch genutzt werden soll.
Für das Berner Oberland als Wasserschloss des Kantons Bern ist diese Strategie von grosser Bedeutung. Die Grossrätinnen und Grossräte waren sich einig, dass die erarbeitete Strategie gute Ansätze enthält. Intensiv wurde die Gewichtung von Schutz und Nutzung diskutiert. Dabei wurde die Wichtigkeit der Speichermöglichkeit bei den priorisierten Projekten der Kraftwerke Oberhasli AG betont und gleichzeitig darauf hingewiesen, dass im Rahmen der Berücksichtigung von ökologischen Rahmenbedingungen auch kleine Kraftwerke weiterhin erhalten oder ermöglicht werden sollten. Ebenfalls sind Massnahmen zum Schutz von Hochwasserereignissen wichtig und sollen mit Priorität umgesetzt werden.
Der Oberländerrat stellt sich geschlossen hinter den vom Regierungsrat beantragten Zusatzkredit für den Hochwasserschutz in Brienz. Es ist unbestritten, dass dort investiert werden muss, um Überschwemmungen, wie bei den heftigen Unwettern im August 2024, künftig zu verhindern.
Wohnraum für Einheimische
Anhand einer Motion zum Erhalt und zur Förderung von wirtschaftlich tragbaren Wohnungen wurde die Problematik des fehlenden Wohnraums für Einheimische diskutiert. Der attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum Berner Oberland ist auf genügend Wohnmöglichkeiten angewiesen. Das Thema soll auf kantonaler Ebene angepackt werden, die Stossrichtung der vorliegenden Motion mit einer gesetzlichen Wohnraumpolitik wird jedoch nicht mehrheitlich mitgetragen.
Gemeinsam für das Oberland
Anlässlich der ersten Sitzung in der neuen Legislatur haben die Grossrätinnen und Grossräte bekräftigt, dass der Austausch über die Parteigrenzen hinweg eine wichtige Basis schafft, um relevante Themen des Berner Oberlandes zu identifizieren und gemeinsame Stellungnahmen abzugeben und damit einen Beitrag für gute Rahmenbedingungen für den Lebensraum Berner Oberland zu leisten.

