Gastbeitrag Kulturrat

Ausdrücke wie Chat GPT, AI, KI sind in aller Munde. Aktuell erscheinen unzählige Artikel zum Thema, in denen Expertinnen und Experten sowohl über technische Möglichkeiten als auch über ethisch-moralische Fragen diskutieren. Es sei bloss eine Frage der Zeit, wie lange es beispielsweise noch gelinge, den Unterschied zwischen Masterarbeiten, die von Menschen verfasst sind und solchen, die durch KI generiert sind, festzustellen.

Was rät die künstliche Intelligenz der Volkswirtschaft Berner Oberland?

Ausdrücke wie Chat GPT, AI, KI sind in aller Munde. Aktuell erscheinen unzählige Artikel zum Thema, in denen Expertinnen und Experten sowohl über technische Möglichkeiten als auch über ethisch-moralische Fragen diskutieren. Es sei bloss eine Frage der Zeit, wie lange es beispielsweise noch gelinge, den Unterschied zwischen Masterarbeiten, die von Menschen verfasst sind und solchen, die durch KI generiert sind, festzustellen.

Der Papst erscheint im Daunenmantel mit Prunkschmuck, die ersten Musiker lassen aus Songs zweier Interpreten einen neuen Song in deren Stilen generieren, und der deutsche Fotograf und Künstler Boris Eldagsen gewinnt den Sony World Photography Award in der Kategorie „Open Creative“ mit einem KI-generierten Bild. Den Preis lehnt er jedoch ab, weil er mit dem Einreichen dieses Bildes bewusst eine Diskussion über den Einsatz KI-generierter Bilder anstossen wollte.

Zum einen finde ich diese Entwicklung zutiefst beängstigend. Was kommt da alles auf uns zu? Was, wenn wir plötzlich hinter jedem Bild, jeder Musik, jedem Kunstwerk KI vermuten müssen? Wenn unsere Sinne nicht mehr zwischen menschlich und künstlich unterscheiden können? Wird dann jede Person zum Künstler oder zur Musikerin?

Andererseits löst dieses Thema bei mir auch eine gewisse Faszination aus. Internetrecherchen, wie wir sie kennen, scheinen Geschichte zu sein. Vorbei die Zeit, in der ich Suchbegriffe eingebe. Aus einem riesigen gespeicherten Datensatz werden auf meine Fragen an die KI scheinbar perfekte Antworten ausgespuckt. Als sei das nicht genug, «lernt» die KI mit jeder Eingabe, wie Menschen kommunizieren und wird dadurch immer ausgefeilter.

Nun, ich mache die Probe aufs Exempel und frage Chat GPT, wie der Kulturrat der Volkswirtschaft Berner Oberland das Kulturschaffen und Kulturverständnis in den Tälern verstärken und ausbauen kann. Prompt folgen die Antworten:

  1. Veranstalten Sie regelmäßig kulturelle Veranstaltungen in den Tälern, um das Interesse und die Teilnahme der Gemeinschaft zu fördern.
  2. Fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen Künstlern und lokalen Unternehmen, um die Schaffung von Kunstwerken und kulturellen Projekten zu unterstützen.
  3. Bieten Sie Workshops und Schulungen für Künstler und Kulturschaffende an, um ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zu verbessern.
  4. Schaffen Sie Plattformen und Räume für Künstler und Kulturschaffende, um ihre Werke und Projekte zu präsentieren und zu teilen.
  5. Arbeiten Sie mit Schulen und Bildungseinrichtungen zusammen, um das Kulturverständnis und die Wertschätzung bei jungen Menschen zu fördern.
  6. Nutzen Sie digitale Medien und soziale Netzwerke, um das Bewusstsein für kulturelle Veranstaltungen und Projekte zu erhöhen und die Teilnahme zu fördern.

Ich hoffe, dass diese Vorschläge hilfreich sind und dem Kulturrat der Volkswirtschaft Berner Oberland bei der Förderung des Kulturschaffens und Kulturverständnisses in den Tälern helfen können.» (Quelle: chatgpt.ch, 19.05.2023)

Was Chat GPT antwortet, ist zwar naheliegend und nicht überraschend, aber durchaus passend.
Für die Ideensuche künstliche Intelligenz zu benutzen, kann also hilfreich sein. Spätestens für die Umsetzung eines Projekts braucht es aber immer noch engagierte Menschen, die mit viel Herzblut die Initiative ergreifen und so zu einem aktiven, kulturellen Leben in ihrer Region beitragen.

Betrachte ich die Antworten von Chat GPT, stelle ich vergnüglich fest, dass wir mit den Absichten unseres neuen Formats „Kulturstammtisch“ bereits vor Konsultation der Künstlichen Intelligenz genau auf der Linie lagen, die uns Chat GPT vorschlägt.

Im April fand der erste Kulturstammtisch in der Geigenbauschule in Brienz statt. Ein Erfolg. Ziel dieser Stammtische ist es, Kulturschaffende in den Tälern miteinander zu vernetzen, den Austausch zu fördern und Brücken zur Wirtschaft und zum Tourismus zu schlagen. Weitere Kulturstammtische in diesem Jahr sind geplant.
Der Erfolg des ersten «Kulturstammtisches» motiviert uns. Wir bleiben am Ball. Immer mit dem Ziel, das Kulturschaffen im Berner Oberland zu stärken und die Freude daran in der breiten Bevölkerung zu wecken. Kultur zu leben, ist unverzichtbar – sei es analog oder zwischendurch auch digital. Und vielleicht verhilft uns die Technik der künstlichen Intelligenz ungewollt auch dazu, den persönlichen Austausch, die Live-Darbietung oder das menschengemachte Kunsthandwerk wieder vermehrt zu schätzen und zu würdigen.

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