Anlass in Spiez: Soziale Innovationen als Motor für regionale Entwicklung und nachhaltiges Wachstum

Unter dem Titel «Soziale Innovationen als Standortvorteil für das Berner Oberland» luden die Volkswirtschaft Berner Oberland zusammen mit dem Geographischen Institut und dem Center for Regional Economic Development Tourismus (CRED-T) in den Lötschbergsaal, wo aktuelle Forschungsergebnisse und zwei Praxisbeispiele aus dem Berner Oberland präsentiert wurden.

Unter dem Titel  «Soziale Innovationen als Standortvorteil für das Berner Oberland» luden die Volkswirtschaft Berner Oberland zusammen mit dem Geographischen Institut und dem Center for Regional Economic Development Tourismus (CRED-T) in den Lötschbergsaal, wo aktuelle Forschungsergebnisse und zwei Praxisbeispiele aus dem Berner Oberland präsentiert wurden. 

Soziale Innovationen spielen eine immer wichtigere Rolle in unserer Gesellschaft. Ob es um die nötigen Anpassungen an den Klimawandel, die Digitalisierung oder die Gesundheitsversorgung geht – innovative Lösungen sind gefragter denn je. Doch was genau sind soziale Innovationen und welche Bedeutung haben sie für unsere Gesellschaft? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung «Soziale Innovationen als Standortvorteil für das Berner Oberland», welche am vergangenen Donnerstag im Lötschbergsaal in Spiez stattfand.

Die Referent*innen (vlnr): Samuel Wirth (CRED-T), Leo Glaser (Volkswirtschaft Berner Oberland), Monika Bandi (CRED-T), Heike Mayer (Geographisches Institut Uni Bern), Urs Pfenninger (Volkswirtschaft Berner Oberland). 

Nach der Begrüssung durch Geschäftsführerin Susanne Huber präsentierte Heike Mayer, Professorin für Regionalentwicklung und Forschung Tourismus am Geographischen Institut der Uni Bern, und Mitarbeiter Samuel Wirth in ihrem Input-Referat die neusten Forschungsergebnisse aus dem Nationalfonds-Projekt «Soziale Innovationen im Schweizer Berggebiet». Im Rahmen dessen wurden 921 Projekte im Berner Oberland untersucht, von denen 68 als soziale Innovationen eingestuft wurden. Diese dienten als Grundlage für die Untersuchung der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Bedingungen, die zur Entstehung der sozialen Innovationen beigetragen haben, sowie der beteiligten Akteur*innen. Nachdem in der Problem- und Implementierungsphase einer Sozialen Innovation erfolgreich gemeistert würden, gehe es schliesslich über in die Betriebsphase; ob ein Projekt am Ende erfolgreich sei, hänge stark davon ab, wie gut die Zusammenarbeit zwischen den involvierten Akteurinnen langfristig funktioniere, so Wirth.

Innovatives Online-Netzwerk für Lehrbetriebe und Schüler*innen

Ein konkretes Beispiel für eine soziale Innovation aus der Region lieferte anschliessend Leo Glaser, Projektleiter der Volkswirtschaft Berner Oberland, mit der Lehrstellenplattform «Lehre BeO». Es handelt sich dabei um eine digitale, interaktive Plattform, welche in Zusammenarbeit mit der Müller Medien AG aus Gstaad entwickelt wurde und wird. Als NRP-Projekt (“Neue Regionalpolitik”) wird das Projekt durch den Kanton mitfinanziert. Die Plattform hat zum Ziel, die Berufslehren im Berner Oberland zu stärken und Betrieben eine Plattform für den interaktiven Austausch mit Schülern*innen zu bieten. Zudem soll es Jugendlichen erleichtern, eine passende Berufsehre zu finden. “Die Plattform soll eine einfache, interaktive Vernetzung zwischen Schülerinnen und Schülern, Schulen und Lehrbetrieben ermöglichen, mit der Absicht, das Angebot an offenen Lehrstellen im Berner Oberland sichtbar zu machen und diese rechtzeitig zu besetzen”, so Glaser. Unternehmen können sich auf der Plattform präsentieren und ihre Ausbildungsangebote vorstellen. Dadurch soll die Suche nach geeigneten Bewerbern vereinfacht und dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden.

Pilotprojekt Sprechzimmer+ zur Sicherung der medizinischen Grundversorgung

Ein weiteres Beispiel für eine soziale Innovation ist das Pilotprojekt «Sprechzimmer+», welches von Urs Pfenninger, Leiter Standortförderung Volkswirtschaft Berner Oberland, im Anschluss vorgestellt wurde. Das Projekt hat zum Ziel, die medizinische Grundversorgung in ländlichen Re-gionen zu sichern. Gemäss der Berner Workforce Studie Kanton Bern 2020-2025 besteht im Berner Oberland ein grosser Hausarztmangel. «Viele der verbleibenden Hausärzt*innen werden bald pensioniert und Praxisketten haben immer mehr Mühe, geeignete Fachkräfte zu finden», erläutert Pfenninger.

Die Idee des Pilotprojekts ist es, in einer Standortgemeinde im Berner Oberland ein medizini-sches Grundversorgungsangebot in Kombination mit anderen Dienstleistungen anzubieten. Es handle sich dabei um ein bewährtes Erfolgsrezept aus der Agglomeration, welches nun auf die Herausforderungen im ländlichen Raum angepasst werden soll, sagt Pfenninger. «Im ‘Sprechzimmer+’ wird den Menschen zugehört und für gesundheitliche und nicht-gesundheitliche Prob-leme eine Lösung gesucht – so wie dies Hausärzt*innen in einem traditionellen Rollenverständnis auch tun.» Offizieller Projektstart, sagt Pfenninger, sei nach Genehmigung durch die Behörden fürs zweite Quartal 2023 geplant.

Am anschliessenden Podiumsgespräch, moderiert durch Monika Bandi von der Forschungsstelle Tourismus (CRED-T) der Universität Bern, wurden die zuvor präsentierten Themen nochmals aufgenommen und Fragen aus dem Publikum beantwortet.

Vielen Dank auch dem Lötschbergzentrum Spiez für die Gastfreundschaft.

Für weitere Auskünfte

Susanne Huber
Geschäftsführerin

susanne.huber@volkswirtschaftbeo.ch

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