
Spiez/Interlaken BE – Im Berner Oberland haben rund 40 Fachleute über das Zusammenspiel von Baukultur und Tourismus diskutiert. Ein neues Projekt soll helfen, unterschiedliche Interessen aufeinander abzustimmen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Erste Massnahmen sind bis Frühjahr 2027 vorgesehen.
(CONNECT) Auf dem Harder Kulm bei Interlaken hat am 22. Oktober der erste Runde Tisch Baukultur und Tourismus im Berner Oberland stattgefunden. Rund 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Tourismus, Bauwesen und Gemeinden tauschten sich gemäss einer Mitteilung über Chancen und Konflikte bei der regionalen Entwicklung aus. Die Veranstaltung bildete den Auftakt eines Projekts, das vom Standortförderer Volkswirtschaft Berner Oberland, der IG Baukultur sowie den Tourismusdestinationen Gstaad und Jungfrau Region getragen wird. Bund und Kanton fördern das Vorhaben im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP).
Hintergrund sind die steigende touristische Nachfrage in einzelnen Tälern, neue Infrastrukturprojekte sowie höhere Kosten für Bauen und Wohnen. Das Projekt soll den Austausch zwischen den Branchen fördern und dazu beitragen, unterschiedliche Anforderungen bei Bau- und Tourismusprojekten frühzeitig zu berücksichtigen.
Als Beispiel dient das österreichische Bundesland Vorarlberg, wo „Baukultur seit Jahrzehnten Teil der touristischen Positionierung“ ist. Laut den vorgestellten Zahlen nennen dort 26 Prozent der Gäste Ortsbild und Architektur als entscheidenden Reisegrund, gegenüber 15 Prozent bei konkurrierenden Destinationen.
In Arbeitsgruppen ermittelten die Teilnehmenden zudem Erfolgsfaktoren, Konflikte und Verbesserungsmöglichkeiten. Als wichtige Voraussetzungen nannten sie unter anderem ein gemeinsames Verständnis der regionalen Identität. Handlungsbedarf sehen sie beim Verständnis für die Anliegen der jeweils anderen Branche sowie bei Verfahren und Prozessen.
Die Projektgruppe wertet die Ergebnisse nun aus. Bis Frühjahr 2027 sollen daraus weitere Schritte und erste konkrete Massnahmen abgeleitet werden. ce/as




