Vom Fachbücherstapel zum KI-Tutor

Am berneroberland.dialog BILDUNG in der Hotelfachschule in Thun stand die praxisnahe Weiterbildung im Berner Oberland im Zentrum. Bildungsgangleiter Tobias Lehman, WKS KV Bern, und zwei ehemalige Absolventen des Nachdiplomstudiums Betriebswirtschafter:in HF standen Red und Antwort und gaben einen Einblick, was Weiterbildung heute bedeutet.
Angeregte Diskussion am berneroberland.dialog BILDUNG (vlnr): Bildungsgangleiter Tobias Lehmann, die beiden Absolventen Kris Anliker und Janick Duforêt, Susanne Huber.

Berufliche Weiterbildung als stures Schulbankdrücken? Weit gefehlt! Am berneroberland.dialog BILDUNG stand die Weiterentwicklung von Fachkräften im Berner Oberland im Zentrum. Tobias Lehmann, Bildungsgangleiter Wirtschaftsschule Thun und WKS KV Bern, zeigte, wie eine praxisnahe Weiterbildung heute abläuft. Fachkräfte und Betriebe profitieren gleichermassen, denn die Zeiten reiner theoretischer Trockenübungen sind längst vorbei. So gibt es beispielsweise beim Nachdiplomstudium (NDS) Betriebswirtschafter:in HF keine theoretischen Abschlussprüfungen mehr. Die Studierenden werden anhand von Leistungsnachweisen in der Praxis bewertet. «Wir verteilen zum Beispiel keine Lehrmittel mehr», erklärte Lehmann. Wichtiges Fachwissen wird mittels KI-Tutor, dessen Inhalte von den Weiterbildungsinstituten kontrolliert und bereitgestellt werden, vermittelt. «Zu Beginn dachte ich: Mega! Ich muss ja gar nichts mehr auswendig lernen», erzählte Studiengang-Absolvent Kris Anliker. «Aber die Leistungsnachweise geben schon ziemlich zu tun. Das Gelernte festigt sich jedoch so viel besser.» Auch Janick Duforêt, der ebenfalls das Nachdiplomstudium zum Betriebswirtschafter abgeschlossen hat, teilt diesen Eindruck: «Bei dieser Art zu lernen, bleibt ständig das grosse Ganze im Blick, es wird nicht einfach Thema für Thema abgehakt.» Das helfe auch in der Praxis die wichtigen Zusammenhänge noch besser zu verstehen.

Mitarbeiterentwicklung bedeutet auch Leadership

Zwischen den Teilnehmenden und den Referenten des berneroberland.dialogs entspann sich ein spannender Austausch über praxisnahe Weiterbildung im Berner Oberland. Wie können Unternehmen Fachkräfte entwickeln – und kann sich das wirklich jede Firma leisten? Welche Ansprüche stellen Fachkräfte? Wer bezahlt und wie lange verpflichtet man sich? Und wie sieht die Weiterbildung der Zukunft aus? Es zeigte sich, dass Weiterbildung längst nicht nur die Einzelperson betrifft. Schlussendlich ist es auch eine Frage von Leadership, wenn eine Unternehmung die Entwicklung der Mitarbeitenden nicht nur als deren persönliche Aufgabe ansieht, sondern Weiterbildungen ermöglicht. Diese Haltung kann gerade Branchen mit einem ausgedünnten Personalmarkt einen wichtigen Vorteil bringen. Für die Ausbildungsstätten im Berner Oberland ist es wichtig, am Puls der Wirtschaft zu sein und den Unternehmen mit ihren Angeboten auch etwas zu bieten. Die Weiterbildungen werden laufend analysiert und an die aktuellen Entwicklungen angepasst, die Nähe zur Praxis ist dabei ein wichtiger Treiber. Auch mit dem Thema Künstliche Intelligenz wird in den Bildungsinstitutionen proaktiv umgegangen, ausserdem soll künftig der Fokus bei den Diplomprüfungen noch verstärkter auf Präsentation und mündliche Prüfung gelegt werden, wie Tobias Lehmann erklärte.

berneroberland.dialog

berneroberland.dialog: Die thematische Veranstaltungsreihe führt die Volkswirtschaft Berner Oberland in die verschiedenen Winkel, Täler und Ortschaften im Berner Oberland. Im Fokus stehen dabei abwechselnd Wirtschaft, Politik, Kultur und Bildung – und eine spannende Persönlichkeit aus dem jeweiligen Themenfeld. berneroberland.dialog will verbinden, vernetzen und den Austausch anstossen. Im kleinen Kreis, persönlich und nahbar. Was bewegt das Berner Oberland? Welche spannenden Initiativen und Innovationen entstehen in unserer Region? Welche Fragen müssen unbedingt gestellt und beantwortet werden? Nach einem kurzen Input und einer vertieften Diskussion bleibt genug Zeit für die Gäste, ihr Netzwerk zu erweitern und spannende Diskussionen im kleineren Kreis weiterzuführen. Die Anlässe werden jeweils im Wirtschaftskalender auf volkswirtschaftbeo.ch angekündigt.

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