Im Kanton Bern gibt es über 100 Kleinseen. Sie sind wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere, dienen als Erholungsräume sowie Bade- und Fischereigewässer. Zehn dieser Seen werden vom Kanton alle zehn Jahre untersucht, darunter auch die Berner Oberländer Gewässer Amsoldingersee, Burgseeli, Dittligsee und Oeschinensee. Wie in früheren Untersuchungen zeigte sich auch 2023, dass die meisten Kleinseen übermässig mit Nährstoffen belastet sind. Die Folge davon ist eine erhöhte Algenproduktion, wobei es beim bakteriellen Abbau dieser Algen häufig zu Sauerstoffmangel kommt. Dies beeinträchtigt das Ökosystem und die Lebewesen. Die Klimaveränderungen, wie höhere Temperaturen und mehr Starkniederschläge, werden diese Situation voraussichtlich verschärfen. In allen zehn Seen wurden auch zahlreiche Mikroverunreinigungen gefunden, darunter Pestizide und deren Abbauprodukte, Haushaltschemikalien und sogenannte «Ewigkeitschemikalien» (PFAS). In manchen Seen führen diese Stoffe dazu, dass schädliche Wirkungen auf Wasserlebewesen nicht ausgeschlossen werden können.
Kleinseen-Monitoring
Das Kleinseen-Monitoring im Kanton Bern wurde in den Jahren 1993,
2003, 2013 und zuletzt im Jahr 2023 durchgeführt. Alle 10 Jahre wur-
den in einer repräsentativen Auswahl von 10 Seen bis zu 4-mal pro Jahr
Proben genommen, um deren Entwicklung zu erfassen. An der tiefs-
ten Stelle jedes Sees wurden Tiefenprofile für physikalische Parameter
(z.B. Temperatur, Sauerstoff) sowie chemische (z.B. Nährstoffgehalt,
Mikroverunreinigungen) und biologische Proben (Plankton) untersucht.
Zusätzlich zu diesem regelmässigen Überwachungsprogramm wurden
im Juni 2023 Umwelt-DNA-Proben (eDNA) entnommen, um einen gro-
ben Überblick über die Artenvielfalt in jedem See zu erhalten.
Weitere Informationen unter www.be.ch/gewaesserqualitaet.ch




