Heinz Häsler, erzählte beim ersten Kulturstammtisch am 23. April 2025 im Kunsthaus Interlaken von seinen Freuden und Leiden als Kurator. Wiederum hatten sich Vertreterinnen von Gemeinden, Kuratoren, bildende Künstler, Gestalterinnen, Handwerker, Kunstvermittlerinnen, professionelle Musikerinnen, Vorstandsmitglieder von klassischen Musikfestivals, Theatermacher und Kulturratsmitglieder an die runden Tische gesetzt. Es wurde mit viel Engagement, Herzblut und visionär debattiert. Von Teilnehmern wurde der Wunsch geäussert, dass Kultur und Wirtschaft besser vernetzt werden sollen.
Vernetzung von Kultur und Wirtschaft
Vernetzung von Kultur und Wirtschaft ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen. Vieles hat der Kulturrat in den vergangenen Jahren umgesetzt. Der Kulturpreis wurde in die Innovationspreise integriert. Bei der Verleihung beim Neujahrsapéro sind jeweils über 200 Wirtschaftsvertreter anwesend. Es freut mich besonders, dass in den vergangenen Jahren mehrere kulturelle Projekte mit einem Innovationspreis ausgezeichnet worden sind.
Zudem schreiben Kulturratsmitgliedern und Gastautoren aus dem kulturellen Bereich regelmässig Artikel für den Newsletter. Wir möchten Wirtschaftsvertreter für kulturelle Aspekte sensibilisieren und ihnen bewusst machen, dass ein vielseitiges Kulturangebot in unseren Dörfern und Tälern ein Standortvorteil ist.
Herausfordernde Verhandlungen mit bekannten Acts
Beim Kulturstammtisch am 20. August 2025 bei Simmentaler Bier in der Lenk erzählte Björn Thoma, Finanzverantwortlicher und Eventorganisator, wie er es fertigbringt, 4000 Menschen an ein Festival an die Lenk zu bringen. Das Festival bietet von Ländlermusik über bekannte Country Acts bis zu Bubi einfach, alles. Thoma hat auch erfahren, was es heisst, mit den Agenten bekannter Musiker zu verhandeln. Aus dem Simmentaler Bier Festival ist inzwischen das Simmentaler Festival geworden. Bei der Diskussion mit den Teilnehmenden aus sehr unterschiedlichen Sparten, von Theater, Jazz, Museen, Fasnacht, Goldschmiede und Architektur zeigte sich, dass auch Kulturschaffende oft Probleme mit kantonalen Ämtern haben. Der Volkswirtschaft ist dies bekannt und es wurde bereits mit verschiedenen Akteuren des Kantons das Gespräch gesucht – leider mit geringem Erfolg.
Schön ist, dass sich die Gemeinden und Unternehmer für die Anliegen der Kulturschaffenden engagieren und einsetzen. Das Fazit des Abends: „Nid na la gwinnt“ – hoffentlich! Auch wenn es manchmal einen langen Atem braucht.
Beim dritten und letzte Kulturstammtisch in diesem Jahr, am 22. Oktober 2025 bei Künstler Björn Zryd drohte der Kunstraum in Adelboden fast aus allen Nähten zu platzen. Auge in Auge mit den von ihm gemalten Kühen und Ziegen erzählte Björn Zryd, wie er nach der Ausbildung zum Holzbildhauer und nach einer Lehre als Pflästere zum selbständigen Künstler wurde. Früher experimentierte er mit unterschiedlichsten Materialien und er nahm jeden Auftrag an. Heute kann Zryd von seinen Bildern und Skulpturen leben. In Adelboden sassen verschiedene Unternehmer mit am Tisch. Diese zeigten sich auch grosszügig beim Sponsoring von Anlässen im Kandertal. «Handwerk und Kunst liegen nahe beieinander – für beides braucht es viel Herzblut», erklärte Aron Zurbrügg, Geschäftsführer einer grossen Bauunternehmung in Adelboden.
Blick hinter die Kulissen
Das grosszügige Sponsoring über mehrere Jahre ist auch für die Freilichtspiele Tellenburg in Frutigen von Bedeutung. Nach zwei erfolgreichen Produktionen wird im Sommer 2026 mit dem Stück «The singing Pilots – und ein Dorf steht Kopf» die Geschichte, der während des zweiten Weltkriegs internierten Piloten in Adelboden erzählt. Für den nächsten Kulturstammtisch am 22. April 2026 öffnen die Freilichtspiele die Kulissen. Ueli Bichsel, Autor des Freilichtbühnenstücks wird davon erzählen, wie dieses Theaterstück entstanden ist. Ich freue mich heute schon darauf Unternehmer, Behördenmitglieder und Kulturschaffende bei diesem Anlass zu begrüssen.

Beatrice Fridelance
Präsidentin Kulturrat Volkswirtschaft Berner Oberland





