Impulsvorträge zu aktuellen Themen: Die Wirtschaftsbrunches der Volkswirtschaft Berner Oberland in Saanenmöser, Interlaken und Steffisburg

Die Volkswirtschaft Berner Oberland hat erneut ihre Wirtschaftsbrunches in Saanenmöser, Interlaken und Steffisburg abgehalten. Den rund 130 Teilnehmenden bot sich eine spannende Mischung an Referaten zu den Themen agile Organisation, Dachbegrünung in Zeiten der Klimaerwärmung und Bildungswandel.

Die Volkswirtschaft Berner Oberland hat erneut ihre Wirtschaftsbrunches in Saanenmöser, Interlaken und Steffisburg abgehalten. Den rund 130 Teilnehmenden bot sich eine spannende Mischung an Referaten zu den Themen agile Organisation, Dachbegrünung in Zeiten der Klimaerwärmung und Bildungswandel.

Die diesjährigen Wirtschaftsbrunches, organisiert von der Volkswirtschaft Berner Oberland, starteten am vergangenen Mittwochmorgen in Saanenmöser und fanden diese Woche in Interlaken und Steffisburg statt. Politiker*innen, Unternehmer*innen und Interessierte trafen sich frühmorgens im Golfhotel in Saanenmöser, im Restaurant TOPOFF in Interlaken respektive im Restaurant Solina in Steffisburg zum gemeinsamen Frühstück und Networking.

Peer statt Chef*in: Der lange Weg in die Selbstorganisation

Daniel Aebersold sei nicht mehr CEO von Nexplore, dem IT-Unternehmen aus Gwatt bei Thun, wie er gleich zu Beginn seines Referats betont. Stattdessen nimmt er unterschiedliche Rollen innerhalb des Unternehmens ein, welche wiederum verschiedenen Kreisen angehören. Die Nexplore AG hat seit 2017 flache Hierarchien und ist nach dem Modell der sogenannten «Holacracy», oder Holokratie, organisiert. Die Umstellung sei nicht immer einfach gewesen und erfordere von allen Mitarbeitenden viel Flexibilität und vor allem Selbstverantwortung: «Jeder und jede muss sich selbst führen können». Zudem könne eine solche Organisationsform nur funktionieren, wenn alle zu 100 Prozent dahinter stünden, so Aebersold. Ein zentraler Grund für den Erfolg einer Holacracy sei, dass jede Rolle «Purpose» habe – eine Bestimmung, einen Sinn. In Zeiten von Fach- und Arbeitskräftemangel müssten Unternehmen mutig sein und Neues ausprobieren, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Es sei nicht die Frage ob, sondern wann die Firmen auf agile Modelle mit Selbstorganisationen umstellen, zeigte sich Aebersold überzeugt.

Dachvegetation als Beitrag zur Biodiversität

Nach einer zweiten Buffetrunde präsentierte Erich Steiner, Geschäftsführer der Schweizerischen Fachvereinigung Gebäudebegrünung (SFG) wie Gebäudebegrünung richtig geht – und wie nicht. In Zeiten der Klimaerwärmung kommt der urbanen Gebäudebegrünung eine immer grössere Bedeutung zu: Begrünte Gebäude erhöhen die Wohn- und Lebensqualität, sie können, bei richtiger Ausführung, die Biodiversität fördern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Technisch bewährt habe sich die Kombination von Photovoltaik und Dachbegrünung, so Steiner, dabei gibt es aber einiges zu beachten: u.a. muss die Vegetation von Natur aus niedriggewachsen sein, damit die Solarpanels bei hohem Bewuchs im Schatten stehen. Regelmässige Kontrolle und Unterhalt seien hierbei zentral, sagt Steiner, zu diesem Zweck ist darauf zu achten, zwischen den Solarpanelreihen ausreichen grosse Durchgänge einzuplanen. Nicht zuletzt Wild- sowie Honigbienen fänden auf Gründächern günstige Lebensraumbedingungen und profitierten von der höheren Sonneneinstrahlung und dem Nektarangebot.

Design Thinking und Future Skills: Neue Ideen für die Volksschule

Es brauche dringend einen Wandel in der Volksschulbildung, betonen Sophie Bürgin und Simon Hirter, Co-Founder des eduLAB Thun, im dritten Referat des Morgens. Die Ausgangslage sei klar: «Für die Bewältigung unserer grossen gesellschaftlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen benötigen wir andere Denk- und Handlungsweisen, die sogenannten Future Skills. Diese werden im Schulsystem bisher nicht ausreichend gefördert.» Dies will das eduLAB Thun mit ihrem Projekt ändern. Zu den Future Skills gehören gemäss Hirter die 4 Ks: «Kritisches Denken, Kreativität, Kommunikation und Kollaboration». Diese und weitere Skills sollen den Schüler*innen in Berufs-Labors, Ideen-Werkstätten und Upskill Programmen vermittelt werden. Das eduLAB Thun wolle damit einen Beitrag zur Volksschulentwicklung, gegen den Lehrlingsmangel und für die Innovations- und Standortförderung leisten, wie Bürgin erklärte.

Die drei Missionen der Standortförderung und ein Beispiel aus der Praxis

Ralf Müssig von der Standortförderung des Kantons Bern informierte anschliessend über die Aktivitäten und Leistungen von Team berninvest und deren drei Missionen: «Keep, Develop, Attract», gab Auskunft über Sinn und Zweck der Förderinstrumente und zeigte auf, welche Bedingungen KMU erfüllen müssten, um vom Kanton finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Abschliessend stellte Urs Pfenninger, Leiter Standortförderung Volkswirtschaft Berner Oberland, die Lehrstellenplattform «Lehre BeO» vor, ein Projekt, das vom Bildungsrat des Vereins entwickelt wurde. Ziel sei es, offene Lehrstellen und die Möglichkeiten zur Berufsbildung in den verschiedenen Branchen sichtbar zu machen sowie den Schulen die vielfältigen Berufe im Berner Oberland aufzuzeigen.

Für weitere Auskünfte

Susanne Huber
Geschäftsführerin

susanne.huber@volkswirtschaftbeo.ch

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